Die Winterschule des Übersetzens 2025

Autorka článku: Monika Smolková

Preklad do nemčiny: Nicolette Hanusová

Nach dem großartigen Erfolg der ersten Ausgabe der Winterschule des Übersetzens konnten wir auch in diesem Jahr kaum erwarten, das Wochenende zwischen Januar und Februar zu verbringen, um uns wieder in Banská Bystrica zu treffen, um über Übersetzen, Dolmetschen und andere verwandte Themen zu diskutieren, neue Menschen kennenzulernen und begonnene Freundschaften fortzusetzen. Wir freuen uns sehr, dass wir auch die zweite Ausgabe der Winterschule des Übersetzens als großen Erfolg betrachten können. Doch bevor wir uns auf eine kleine Reise in die Vergangenheit begeben, schauen wir hinter die Kulissen.

Das Bürgerverband Sa zobuď! nahm nach dem ersten Jahr neue Mitglieder aus mehreren Universitäten auf, die sich gemeinsam intensiv in zahlreiche Aktivitäten einbrachten, die schließlich in der Veranstaltung dieses Wochenendes kulminierten. Gemeinsam mit der Hilfe weiterer Freiwilliger gingen wir an die Arbeit – und es gab viel zu tun! Aus den geschriebenen E-Mails könnte man Bücher zusammenstellen, beim Einschlafen blinkten alle neuen Grafiken für die Webseite und die sozialen Netzwerke vor unseren Augen. Wir hofften auf hilfsbereite Menschen mit Autos, da das benötigte Material sich zu häufen begann. Wir planten verschiedene Taktiken und sogar in unseren Träumen hakten wir Punkte auf unserer To-do-Liste ab. Unsere Bemühung hat endlich Früchte getragen.

Den Arbeitsmarathon haben wir am Freitagvormittag begonnen: Vorbereitung der Klassen und Räume, Content-Erstellung für soziale Netzwerke, Aufbau einer Registrierungsstation, Treppenlaufen, Bereitstellung von Erfrischungen und gefordertem Kaffee, und so weiter und so fort. Und es hat uns überrascht, wie viele Dinge geschnitten werden mussten. Aus Scheren wurde ein Mangelgut. Zum Glück haben wir alles geschafft, wenn auch auf die Minute genau. Und so öffneten sich die Tore der Matej-Bel-Universität, und die ersten Teilnehmer:innen meldeten sich an und begaben sich direkt in den dritten Stock, wo Martin Djovčoš mit einer kurzen Rede das Programm offiziell geöffnete. Es war das ganze Wochenende prall gefüllt, und jeder konnte etwas Interessantes, Neues oder Anregendes finden.

Am Freitag haben wir uns eine Diskussion zwischen Vertreter:innen von Übersetzungs- und Dolmetschenverbänden angehört, denn auch wir in Sa zobuď! sind der Meinung, dass die Gemeinschaft wichtig ist. Als Studentenverband interessieren wir uns auch für die Zukunft unseres Berufs, daher haben uns die Meinungen von Fachleuten aus der Praxis interessiert. Im Rahmen der Vorlesungen hatten wir die Möglichkeit, in die Welt inklusiver Untertitel oder der Lokalisierung von Videospielen einzutauchen: es sind interessante Bereiche, für die sich ein großer Teil der Studierenden interessiert. Nach der positiven Rückmeldung zu den Vorlesungen aus der Welt der Gehörlosen haben wir uns dieses Jahr spezifischere Beiträge angehört, die sich beispielsweise mit Theaterdolmetschen oder Gebärdensprache beim Psychologen beschäftigten. Die Vielfalt der Themen ergänzte das Europäische Parlament, und die ambitionierten Studierenden erhielten die Ratschläge zum Aufbau der Karriere im Bereich des Dolmetschens.  Schon mit der Ankunft bei der Winterschule des Übersetzens machten wir den ersten Schritt, weil das soziale Kapital der zentrale Punkt ist, an dem wir in der Praxis anknüpfen können. Den ersten Tag beendeten wir im Garten von Banská Bystrica, wo wir uns besser kennenlernen, Kontakte knüpfen und einer Diskussion mit Samo Marec anhören konnten. Doch haben wir bereits bemerkt, dass sich die Menschen auf das weitere Programm und insbesondere auf die Workshops freuen, die uns am zweiten Tag erwarteten.

So trafen wir uns am Samstag wieder an der Fakultät. Diesmal begannen wir mit einer Diskussion mit drei Studentinnen, die ihre Erfahrungen mit dem Übergang von den Schulbänken in die Praxis mitteilten. Auch wenn jeder einen anderen Weg hat, ist es wichtig, so früh wie möglich zu beginnen. Dabei versucht auch der Bürgerverband Sa zobuď! zu helfen. Der Tag begann also großartig, und wir fuhren mit dem am meisten gelobten Teil des Programms fort, der sich mit der Übersetzung von Vulgarismen beschäftigte. Zunächst schauten wir uns die Situation auf Streamingdiensten an, und dann folgte die Diskussion über die Übersetzung des konkreten Films Wolverine & Deadpool, an der die Untertitelübersetzerin und der Synchronisierungsübersetzer teilnahmen. Wir haben viele Hintergrundinformationen erfahren und haben uns gut auf die vielfältigen Workshops vorbereitet. Dort konnten wir ausprobieren, wie es ist, Wortspiele zu übersetzen und kreative Übersetzungslösungen zu finden. Wir quälten unsere kreativen Gehirnzellen beim kreativen Schreiben, berührten die Technologien beim untraditionellen Simultankurs für Untertitelung im Dolmetscher-Workshop und außerdem lernten wir das interessante Hilfsmittel RegEx kennen, das oft unbekannte technische Kniffe aufdeckte. Der Tag endete keineswegs mit den Workshops. Im Block über das Praktikum hörten die Studierenden von den Möglichkeiten, die das Europäische Parlament und die Europäische Kommission anbieten, und etwas anders war die demokratische Diskussion über kritisches Denken. Am frühen Abend wurde das „Schulprogramm“ mit Vorlesungen über juristische Übersetzungen und die slowakische Sprache abgeschlossen, die wir bei allen Fremdsprachkombinationen nicht vergessen dürfen. Aber der Tag endete im Betrieb Urban spot, wo die Vernetzung und das gegenseitige Kennenlernen weitergingen und wir uns nach dem Quiz, bei dem zufällig zusammengestellte, aber immer sehr wettbewerbsfähige Teams gegeneinander spielten, ließen wir uns auf der Tanzfläche los. Selbst die gute Laune ließ sich nicht verderben, obwohl das Programm bereits am nächsten Tag und früh weiterging.

Der Sonntag begann nicht mit Vorlesungen, sondern mit obligatorischen Kaffeepausen. Die Müdigkeit konnte uns jedoch nicht stoppen. Also hörten wir uns viele studentische Vorlesungen an. Wir sind überzeugt, dass aktive Studierende bessere Chancen haben, sich in der Praxis durchzusetzen, und daher freuen wir uns sehr über die anregenden Beiträge zukünftiger Sprachexperten.  Außerdem fesselten uns die präsentierten Themen wieder, weil sie vielfältig, ambitioniert und gedankenreich waren. Schließlich reisten wir in einer Diskussion nach Amerika und erfuhren viel über die Studentenschaft und das Schulsystem, das wir so vergleichen konnten. Das Programm nähert sich langsam seinem Ende und wir haben es untypisch beendet, mit der Liveaufzeichnung des Podcasts. Wir haben einen Dolmetscher interviewt, etwas gegessen und uns allmählich verabschiedet.

Die zweite Ausgabe der Winterschule des Übersetzens liegt erfolgreich hinter aus, und auch nach Wochen und Monaten leben wir noch immer von den Erlebnissen, neuen Freundschaften und den Anregungen, die wir dort erfahren haben. Als Bürgerverband geben wir nicht nach und denken uns immer wieder Neues aus. Die Wahrheit aber bleibt, dass die gute „alte“ Winterschule des Übersetzens sich durchgesetzt hat, und deshalb freuen wir uns schon jetzt auf den Sammelband, in dem wir an das Programm zurückdenken können, und eventuell auch in die Teile hineinschauen, an denen wir persönlich nicht teilnehmen konnten. Deshalb verabschieden wir uns keinesfalls und sehen uns bei weiteren Veranstaltungen – und ganz sicher bei der Winterschule des Übersetzens im nächsten Jahr.